Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)

Es handelt sich um eine degenerative Erkrankung, die vor allem die Neuronen betrifft, die die willkürliche Muskelbewegung steuern. Sie führt schnell zu einer Einschränkung durch Schwäche der Muskeln, die zum Bewegen, Sprechen, Essen oder Atmen benötigt werden. Es handelt sich um eine seltene Erkrankung mit einer Gesamthäufigkeit von 0,6 bis 3,8 Fällen pro 100.000 Einwohner und Jahr.

Die Ursache der ALS ist nicht bekannt, aber wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass sowohl die Genetik als auch die Umwelt eine Rolle bei der Degeneration der Motoneuronen und der Entwicklung der ALS spielen. Neben dem Erbfaktor, der für 5-10 % der Fälle verantwortlich ist, gehören zu den bekannten Risikofaktoren für ALS die folgenden:

  • Alter: Das Risiko, an ALS zu erkranken, steigt mit dem Alter und tritt am häufigsten zwischen dem 40. und dem 60. Lebensjahr auf.
  • Geschlecht: Vor dem 65. Lebensjahr tritt die ALS bei Männern etwas häufiger auf als bei Frauen. Dieser geschlechtsspezifische Unterschied verschwindet nach dem Alter von 70 Jahren.
  • Rauchen. Rauchen ist der einzige wahrscheinliche umweltbedingte Risikofaktor für ALS. Das Risiko scheint bei Frauen höher zu sein, insbesondere nach der Menopause.
  • Exposition gegenüber Umweltgiften. Einiges deutet darauf hin, dass die Exposition gegenüber Blei oder anderen Stoffen mit ALS in Verbindung gebracht werden kann, obwohl bisher kein einziger Wirkstoff oder keine einzige Chemikalie konsistent damit in Verbindung gebracht werden konnte.
  • Die Exposition gegenüber infektiösen Erregern oder Viren, physische Traumata, Ernährung, anstrengende körperliche Aktivitäten sowie verhaltensbedingte und berufliche Faktoren können sich auf die Entwicklung der ALS auswirken.

Zehn Prozent der ALS-Fälle haben eine familiäre Vorgeschichte, während die sporadisch auftretende ALS als komplexes Merkmal mit einer geschätzten Erblichkeit von 40-50 % gilt. Es gibt keine anerkannte Definition für familiäre oder sporadische ALS, sie stellen wahrscheinlich die Extreme eines Spektrums mit überlappenden genetischen Strukturen dar, an denen die gleichen Gene beteiligt sind. In diesem Zusammenhang hat die bisher größte transethnische GWAS-Studie mit 27000 Fällen und fast 140000 Kontrollen neun signifikante Loci gezeigt, die zum ALS-Risiko beitragen, und eine kausale Rolle für Cholesterin nahegelegt, das mit der ALS-Anfälligkeit in Verbindung stehen könnte.

Symptome

Die Symptome der ALS sind von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Die Krankheit beginnt in der Regel mit einer Muskelschwäche, die so subtil sein kann, dass die Symptome unbemerkt bleiben. Mit der Zeit verschlimmert sich die Krankheit und die Symptome werden zu einer offensichtlichen Schwäche oder Atrophie, die es unmöglich macht, Routinetätigkeiten auszuführen. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Muskelspasmen und Krämpfe, insbesondere in den Händen und Füßen.
  • Verlust der motorischen Kontrolle in den Händen und Armen, Muskelsteifheit (Spastizität) und Beeinträchtigung der Arme und Beine.
  • Schwäche und Müdigkeit
  • Stolpern und Fallen.
  • Unkontrollierbare Lach- oder Weinanfälle.
  • Schwierigkeiten beim Sprechen oder bei der Projektion der Stimme.

Im weiteren Verlauf der Krankheit können Symptome wie Kurzatmigkeit, Atem- und Schluckbeschwerden sowie Lähmungen auftreten. ALS-Kranke verlieren schließlich die Fähigkeit, selbst zu atmen, und sind auf ein Beatmungsgerät angewiesen. In den späteren Stadien der Krankheit besteht für die Betroffenen auch ein erhöhtes Risiko einer Lungenentzündung. Fünfzig Prozent der betroffenen Patienten leben mindestens drei oder mehr Jahre nach der Diagnose; 20 Prozent leben fünf Jahre oder länger, und bis zu 10 Prozent überleben mehr als zehn Jahre. Der Ausgang ist in der Regel tödlich und resultiert aus Atemversagen und respiratorischer Insuffizienz.

Prävention

Mit Ausnahme der erblich bedingten Fälle, die eine Minderheit der ALS-Fälle ausmachen, ist die Ursache unbekannt, so dass es keine Präventionsmethode gibt.

Anzahl der beobachteten Varianten

13,5 Millionen Varianten

Anzahl der in der Studie analysierten Risikoloci

9 loci

Bibliographie

Longinetti E et al. Epidemiology of amyotrophic lateral sclerosis: an update of recent literature. Curr Opin Neurol. 2019;32(5):771-776.

National Institute of Neurological Disorders and Stroke [March 2022]

Johns Hoskins Medicine Institute [March 2022]

Van Rheenen W et al. Common and rare variant association analyses in amyotrophic lateral sclerosis identify 15 risk loci with distinct genetic architectures and neuron-specific biology. Nature Genetics. 2021 Dec;53(12):1636-1648.

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