Morbus Crohn

Morbus Crohn (CD) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Verdauungstrakts, die in Schüben verläuft und zu den sogenannten entzündlichen Darmerkrankungen gehört. Die Entzündung kann je nach Person verschiedene Bereiche des Verdauungstrakts betreffen. Die Ursache ist unbekannt, man vermutet jedoch, dass eine Kombination aus Umwelt-, Immun- und genetischen Faktoren dafür verantwortlich ist. Die Gesamtprävalenz wird auf 0,4 % geschätzt.

Die genauen Ursachen des Morbus Crohn und seine Auslöser sind unbekannt. Die Forschung zeigt, dass sie durch eine Kombination von Umwelt-, Immun- und mikrobiologischen Faktoren bei genetisch anfälligen Personen entstehen kann. Zu den wichtigen Risikofaktoren gehören:

  • Alter: CD kann in jedem Alter auftreten, beginnt aber meist im jungen Erwachsenenalter. Die meisten Menschen erkranken vor dem 30. Lebensjahr.
  • Ethnische Zugehörigkeit: Am häufigsten tritt sie bei Menschen kaukasischer und aschkenasischer jüdischer Abstammung auf, obwohl sie Menschen jeder ethnischen Zugehörigkeit betreffen kann.
  • Rauchen ist der wichtigste kontrollierbare Risikofaktor im Zusammenhang mit CD. Rauchen wird auch mit einer schwereren Form der Krankheit in Verbindung gebracht.
  • Nicht-steroidale entzündungshemmende Medikamente. Sie können eine Entzündung des Darms verursachen, die die Krankheit verschlimmern kann.
  • Fettreiche Ernährung, die das Erkrankungsrisiko erhöhen kann.

Die Pathogenese des Morbus Crohn ist nur unzureichend geklärt, obwohl Studien auf eine Fehlregulierung der Immunantwort auf Umweltauslöser bei genetisch anfälligen Personen hinweisen. In einer GWAS-Studie mit mehr als 40.000 Fällen und etwa 120.000 Kontrollpersonen wurden mehr als 100 Anfälligkeitsloci identifiziert. Von den identifizierten Genen sind viele an der Regulierung der Immunantwort beteiligt, wie z. B. NOD2 oder IL23R. Darüber hinaus wurden Gene identifiziert, die für Integrine kodieren, welche die Reaktion auf einen Immunstimulus verändern können, wie ITGA4 und ITGB8. Diese Entdeckungen eröffnen die Möglichkeit, potenzielle therapeutische Ziele zu identifizieren.

Symptome

Morbus Crohn hat in der Regel aktive Phasen (Schübe), die sich mit symptomlosen Phasen abwechseln, obwohl manche Menschen trotz Behandlung weiterhin Symptome haben. Diese Symptome variieren je nach betroffenem Darmabschnitt, umfassen jedoch in der Regel folgende Symptome:

  • Durchfall von mehr als 6 Wochen Dauer, in vielen Fällen mit Blut.
  • Unterleibsschmerzen und Gewichtsverlust.
  • Müdigkeit und allgemeines Unwohlsein.
  • Gelenkschmerzen
  • Entwicklung von perianalen Fisteln.
  • Entzündungen in anderen Bereichen wie Haut, Gelenke oder Leber.
  • Nierensteine
  • Anämie
  • Wachstumsverzögerung, wenn sie bei Kindern beginnt.

Einige Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Stress den Ausbruch der Symptome verschlimmern oder sogar auslösen kann. Darüber hinaus können bei manchen Menschen auch bestimmte Lebensmittel die Symptome verschlimmern.

Prävention

Es ist nicht möglich, die Entwicklung von Morbus Crohn zu verhindern, da die genauen Ursachen für seine Entstehung nicht bekannt sind. Allerdings kann man gegen bestimmte Risikofaktoren vorgehen, die seine Entwicklung beeinflussen und die Pathologie verschlimmern, wie z. B. das Rauchen. Es ist erwiesen, dass Rauchen das Risiko für die Entwicklung der Krankheit erhöht und auch das Risiko von Komplikationen bei den Betroffenen steigert.

Für Patienten, bei denen CD diagnostiziert wurde, gibt es Therapien, die dazu beitragen können, die Anzeichen und Symptome deutlich zu verringern und sogar eine gewisse Remission der Krankheit zu erreichen. Zusätzlich zu den verfügbaren pharmakologischen und chirurgischen Behandlungen gibt es Maßnahmen, die dazu beitragen können, einen Krankheitsschub zu verhindern oder die Symptome zu lindern:

  • Vermeiden Sie kohlensäurehaltige Getränke.
  • Vermeiden Sie Lebensmittel mit hohem Ballaststoffgehalt.
  • Trinken Sie mehr Flüssigkeit.
  • Essen Sie häufiger kleinere Mengen an Lebensmitteln.
  • Führen Sie ein Ernährungstagebuch, um Lebensmittel zu identifizieren, die Probleme verursachen können.

Anzahl der beobachteten Varianten

13,5 Millionen Varianten

Anzahl der in der Studie analysierten Risikoloci

104 loci

Bibliographie

de Lange KM, Moutsianas L, Lee JC, et al. Genome-wide association study implicates immune activation of multiple integrin genes in inflammatory bowel disease. Nature Genetics. 2017 Feb;49(2):256-261.

National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIH) [April 2022]

Crohn´s and colitis foundation [April 2022]

Mayo Clinic [April 2022]

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