MTHFR-Gen

Das MTHFR-Gen codiert für ein Schlüsselenzym des Folatstoffwechsels. Zahlreiche Studien haben das Vorhandensein gemeinsamer Varianten in den Populationen C677T und A1298C mit einer verminderten Kapazität des Folatstoffwechsels in Verbindung gebracht, die mit verschiedenen klinischen Erkrankungen in Zusammenhang stehen kann.

Das MTHFR-Gen kodiert für das Enzym Methylentetrahydrofolat-Reduktase, das eine Schlüsselrolle im Folat- und Homocystein-Stoffwechsel spielt, indem es die Umwandlung von mit der Nahrung aufgenommenem Folat (Vitamin B9) in die wichtigste zirkulierende Form von Folat katalysiert, die im Umwandlungsweg von Homocystein in Methionin verwendet wird. Methionin ist eine essentielle Aminosäure, nicht nur für den Aufbau von Proteinen im Körper, sondern auch für die DNA-Methylierung und die Regulierung der Genexpression. In diesem Sinne können Veränderungen in der Sequenz des MTHFR-Gens zu einem Mangel dieses Enzyms und damit zu Veränderungen im Folatumwandlungszyklus und in der Bildung von Methionin aus Homocystein führen, was zu niedrigen Folatspiegeln im Blut und hohen Homocysteinspiegeln im Blut und Urin (Homocystinurie) führen kann.

Die Varianten im MTHFR-Gen C677T und A1298C sind zwei der häufigsten Polymorphismen in der Allgemeinbevölkerung. Etwa 60-70 % der Personen haben mindestens eine dieser Varianten, 8,5 % sind homozygot (zwei Kopien) für eine dieser Varianten, und 2,25 % sind heterozygote Träger (eine Kopie jeder Variante). Beide Varianten werden mit einer verminderten Aktivität des MTHFR-Enzyms und einer verminderten Effizienz der Folsäureverarbeitung in Verbindung gebracht. Die Veränderung C677T verringert die Affinität von MTHFR und seinem Cofaktor, was die Thermolabilität fördert und die Enzymaktivität verringert, während A12958C die Enzymaktivität direkt verringert. Infolgedessen wurden diese Varianten mit einer Vielzahl von Erkrankungen in Verbindung gebracht, darunter Krebserkrankungen, koronare Herzkrankheiten, veränderte Plasmalipidwerte und Neuralrohrverschlussdefekte sowie Thrombophilie, Fruchtbarkeitsstörungen und Komplikationen während der Schwangerschaft.

Trotz der lebenswichtigen Rolle von Folat und MTHFR in seinem Stoffwechsel bleiben die wissenschaftlichen Erkenntnisse jedoch widersprüchlich und ohne statistisch signifikanten Nachweis, dass diese Polymorphismen Auswirkungen auf die klinische Routinepraxis haben. In diesem Zusammenhang empfiehlt das American College of Medical Genetics and Genomics keine Routinetests für die beiden häufigen Polymorphismen, und auch die American Academy of Nutrition and Dietetics empfiehlt keine diätetischen Interventionen. Dies liegt daran, dass beide Varianten in der Allgemeinbevölkerung sehr häufig vorkommen und dass es keine klinisch sinnvollen Maßnahmen gibt, die den Trägern angeboten werden können, so dass ihre Identifizierung derzeit nicht sinnvoll ist.

Neben der Ernährung und anderen pathophysiologischen Bedingungen (Hypothyreose, Niereninsuffizienz, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Rauchen, Bewegungsmangel und andere) können auch genetische Komponenten den Homocysteinspiegel beeinflussen. Die beiden weithin untersuchten häufigen Varianten C677T und A1298C wurden mit einer Verringerung der Aktivität des MTHFR-Gens in Verbindung gebracht, das für das am Folatzyklus beteiligte Enzym Methylentetrahydrofolatreduktase kodiert, was die intrazelluläre Folatverteilung beeinträchtigen und den Homocysteinspiegel mäßig erhöhen kann. Beide Varianten sind in der Gesamtbevölkerung weit verbreitet, sowohl Einzel- oder Doppelkopien einer der beiden Varianten als auch eine Kopie jeder der beiden Varianten.

Anzahl der beobachteten Varianten

13,5 Millionen Varianten

Anzahl der in der Studie analysierten Varianten

2 Varianten

Bibliographie

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