Lithium (Wirksamkeit)

Lithiumsalze werden in der Pharmakologie als Stimmungsstabilisatoren hauptsächlich zur Behandlung von bipolaren Störungen eingesetzt. Nur ein Drittel der behandelten Patienten spricht angemessen auf dieses Medikament an, was unter anderem auf das Vorhandensein bestimmter Risikofaktoren zurückzuführen sein kann.

Lithium ist das Antipsychotikum der ersten Wahl bei manischen Episoden und bei der Aufrechterhaltung rezidivierender affektiver Störungen. Die Dosis wird durch Bestimmung der Plasmaspiegel dieses Minerals eingestellt. Gegenwärtig und trotz der Existenz anderer Stimmungsstabilisatoren der neuen Generationen bleibt Lithium die Erstlinienbehandlung bei bipolaren Störungen (BD); das individuelle Ansprechen auf die Behandlung ist jedoch sehr variabel.

KONTRAINDIKATIONS

Die Behandlung mit Lithium ist in folgenden Fällen kontraindiziert: Überempfindlichkeit gegen Lithium, Schwangerschaft und Stillzeit, schwere Niereninsuffizienz, schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Entkräftung, Dehydrierung oder schwere Natriumdepletion.

VORSICHT

Äusserste Vorsicht ist bei der Verschreibung von Lithium in folgenden Fällen geboten:

Schwere Nierenerkrankung, Verträglichkeit mit Diuretika, Übermässiges Schwitzen, Durchfall, Infektionen mit hohem Fieber, Schilddrüsenunterfunktion, bei Verschreibung an Patienten mit natriumarmer Ernährung, Ältere, Kinder.

Langfristig kann Lithium das Auftreten von Mikrozysten, Onkozytomen und Karzinomen des Sammelkanals bei schwerer Niereninsuffizienz induzieren

NEBENWIRKUNGEN

Hypothyreose, Struma, Polyurie und Polydipsie, Hyperkalzämie.

Schläfrigkeit, Müdigkeit, Muskelschwäche, Muskelüberreizbarkeit, Tremor, Kopfschmerz, Verwirrung, Sprachstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, "Zahnradsteifigkeit", Hyperreflexie, Hypertonie.

T-Wellen-Anomalien im EKG (Elektrokardiogramm), Anorexie, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, abdominale Dehnung, Obstipation und Leukozytose.

PHARMAKOLOGISCHE INTERAKTIONEN

Lithiumplasmaspiegel sind um erhöht: NSAIDs, Thiazide und ACE-Hemmer

Lithiumplamatspiegel werden gesenkt durch: Calciumantagonisten, Acetazolamid, Harnstoff, Xanthine und Alkalisierungsmittel.

Lithiumplasmaspiegel können durch Fluoxetin erhöht oder gesenkt werden.

Risiko neurologischer Nebenwirkungen bei Konkomitanz mit Carbamazepin, Phenytoin, Haloperidol (Überwachen um die Behandlung zurückziehen zu können, wenn Anzeichen neurologischer Toxizität auftreten).

Additive oder synergistische Hypothyreosewirkung mit Jodiden

MARKENNAMEN

  • Plenur ®
  • Eskalith®
  • Lithobid®

Analysierte Gene

AL157359.4 BDNF CRY1 GFRA2 HLA-DMA

Bibliographie

International Consortium on Lithium Genetics (ConLi+Gen) AT, Amare AT, Schubert KO, Hou L, Clark SR, Papiol S, et al. Association of Polygenic Score for Schizophrenia and HLA Antigen and Inflammation Genes With Response to Lithium in Bipolar Affective Disorder: A Genome-Wide Association Study. JAMA psychiatry, 2018; 75(1):65–74.

Dmitrzak-Weglarz M, Rybakowski JK, Suwalska A, Skibinska M, Leszczynska-Rodziewicz A, Szczepankiewicz A, et al. Association studies of the BDNF and the NTRK2 gene polymorphisms with prophylactic lithium response in bipolar patients. Pharmacogenomics, 2008; 9(11):1595–603.

McCarthy MJ, Nievergelt CM, Shekhtman T, Kripke DF, Welsh DK, Kelsoe JR. Functional genetic variation in the Rev-Erbα pathway and lithium response in the treatment of bipolar disorder. Genes Brain Behav, 2011; 10(8):852–61.

Rybakowski JK, Suwalska A, Skibinska M, Dmitrzak-Weglarz M, Leszczynska-Rodziewicz A, Hauser J. Response to lithium prophylaxis: interaction between serotonin transporter and BDNF genes. Am J Med Genet B Neuropsychiatr Genet, 2007; 144B (6):820–3.

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